Maulwurf vertreiben

Mancher Gartenfreund wird sich über den Besuch eines Maulwurfes freuen, er weist schließlich auf einen gesunden Boden hin, verbessert den Boden noch weiter und hilft bei der Schädlingsbekämpfung auf natürliche Weise. Sollten aber die Hügel stören, sucht er nach Gegenmaßnahmen.

Zu beachten ist die gesetzliche Vorgabe, dass Maulwürfe unter Artenschutz stehen und deswegen weder gefangen noch getötet werden dürfen. Auch Lebendfallen scheiden aus. Nur das Vertreiben oder Vergrämen ist erlaubt.

Grundlage ist das Bundesnaturschutzgesetz, nachdem wildlebende Tiere und deren Biotope geschützt sein können. Man darf sie dann nicht fangen, verletzen oder töten oder ihren Lebensraum beschädigen. Bei Verstoß wird ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro fällig. Die Bundesartenschutzverordnung weist den europäischen Maulwurf als besonders geschützte Tierart aus. Er ist zwar bei uns nicht bedroht, gilt aber als besonders nützlich und daher schützenswert.

Fangen oder Töten von Maulwürfen ist nur nach besonderer behördlicher Genehmigung erlaubt. Da eine Bedrohung durch einen Maulwurf sehr selten vorkommt, sind solche Genehmigungen nicht leicht zu erwirken. Ein Ausnahmegrund ist, wenn durch das Höhlensystem ein Deich gefährdet wird und dadurch erhebliche Gefahr für die Sicherheit droht. In einem Fall wurde das unerlaubte Töten eines Tiers durch einen Gartenbesitzer mit 1.500 Euro Strafe belegt.

Verjagen mit Buttersäure

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Buttersäure ist in praktischen Gebinden erhältlich.

Butansäure wird in der Umgangssprache Buttersäure genannt. Sie tritt als Produkt von Darmbakterien auf und ist im Darm eine sehr nützliche Substanz. Sie entsteht aber auch bei der Fäulnis und ist deswegen für die menschliche Nase eine Warnung. Schon sehr geringe Mengen können vom Menschen wahrgenommen und als sehr unangenehm empfunden werden. Erbrochenes oder ranzige Butter erhalten zum großen Teil ihren unangenehmen Odor von der Butansäure. Stubenfliegen hingegen suchen faulige Nahrung und werden vom Geruch der Buttersäure angezogen. Im Internet oder in der Apotheke ist Buttersäure für wenige Euro erhältlich.

Auf die empfindliche Nase des Maulwurfs hat Buttersäure eine sehr abschreckende Wirkung. Sie ist für die Vergrämung von Maulwürfen bestens geeignet. Dabei wird die flüssige Substanz auf Lappen oder einen anderen Träger getropft, die in die Löcher und Gänge eingebracht werden. Sie müssen anschließend mit Erde bedeckt werden, weil der Geruch sonst auch dem Menschen zur Belästigung werden kann.

Buttersäure kann bequem und einfach im Internet bestellt werden: www.buttersaeure24.de

Vorteile

  • Geringe Kosten
  • Sehr effektiv
  • Kann durch sein häufiges Auftreten als natürliches Mittel angesehen werden

Nachteile

  • Unangenehmer Geruch beim Ausbringen
  • Entsorgung von Lappen oder anderen Trägermaterialien notwendig

Auf einen Blick

Aufwand
Effizienz
Tierfreundlichkeit
Naturbelassenheit
Durchschnitt:

Stärkung der natürlichen Feinde

Natürliche Feinde des Maulwurfs sind Vögel wie Mäusebussard, Schleiereule oder Graureiher. Aber auch Säugetiere wie Steinmarder, Wiesel, Mauswiesel oder Iltis haben ihn auf ihrem Speiseplan. Wer Unterschlupfmöglichkeiten für diese Tiere in seinem Garten schaffen kann, sorgt dafür, dass sich zwischen ihnen und dem Maulwurf ein natürliches Gleichgewicht einstellen kann. Für die Säugetiere eignen sich Hecken oder Steinhaufen, für die Greifvögel Ansitze.

Vorteile

  • Sehr natürliche Methode
  • Kein Chemieeinsatz
  • Für Tierliebhaber geeignet
  • Mit etwas Geschick ein schöner Akzent in der Gartengestaltung

Nachteile

  • Erheblicher Aufwand
  • Die angelockten Tiere werden oft selbst als Schädlinge wahrgenommen.
  • Braucht viel Platz
  • Geringe Effizienz

Auf einen Blick

Aufwand
Effizienz
Tierfreudlichkeit
Naturbelassenheit
Durchschnitt:

Zerstörung der Hügel

Naheliegend ist die Zerstörung der Hügel zur Vertreibung von Maulwürfen. Der Gartenbesitzer hofft, das Tier damit so in seiner Arbeit zu stören, dass es das Weite sucht. Tatsächlich kann das Einschlämmen der Hügel helfen, die Tiere zu vertreiben. Es muss einfach viel Wasser auf die Hügel gegossen werden. Die Feuchtigkeit vertreibt dann das Tier.

Ein einfaches Zumachen der Hügel bringt hingegen nichts. Die Gänge werden dadurch weniger belüftet und der Maulwurf gräbt neue Hügel, um diesen Umstand wieder auszugleichen. Wer die Hügel aus optischen Gründen abtragen will, muss darauf achten, die Löcher nicht zu verschließen, weil er sonst nur neue Hügel provoziert.

Vorteile

  • Keine Kosten.
  • Denkbar einfache Umsetzung

Nachteile

  • Viele Wiederholungen nötig
  • Arbeits- und zeitintensiv
  • Geringe Effizienz

Auf einen Blick

Aufwand
Effizienz
Tierfreudlichkeit
Naturbelassenheit
Durchschnitt:

Störung durch gebastelte Geräuschquellen

Durch seine empfindlichen Ohren reagiert der Maulwurf schnell auf laute Geräusche und sucht sich ruhigere Orte aus für seinen Lebensraum. Schräg in den Boden eingegrabene Flaschen erzeugen bei Wind einen Ton. Die Flaschen können in die Hügel gesteckt werden oder nahe der Gänge platziert werden. Sie müssen von Zeit zu Zeit versetzt werden, damit der Maulwurf durch die wandernde Lärmbarriere aus dem Garten verdrängt wird. Quietschende Windräder mit Metallpflock sind eine gute Alternative. Zur Geräuscherzeugung eignen sich alle denkbaren Klangspiele: Ob Löffel und leere Dosen, die man an Metallständer hängt, oder umfunktionierte Mobiles aus der Wohnung: Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Vorteile

  • Geringe Kosten
  • Selbst herzustellen
  • Vor allem für Tüftler eine Herausforderung

Nachteile

  • Lärm hört auch der Nachbar
  • Braucht eine lange Anwendung
  • Funktioniert nur bei Wind
  • Sieht eventuell unschön aus

Auf einen Blick

Aufwand
Effizienz
Tierfreudlichkeit
Naturbelassenheit
Durchschnitt:

Lärm durch Geräte aus dem Fachhandel

Mittlerweile haben sogenannte „Maulwurf-Schrecks“ Einzug in den Handel gefunden. Sie sind mit Solarzellen oder Batterien ausgestattet und geben einen Summton, Ultraschall oder ein Fiepen ab. Das soll den Maulwurf vertreiben. Sie sind etwa 30 Zentimeter hoch und können im Umkreis von etwa zwölf Metern ihre Wirkung entfalten. Sie müssen immer wieder versetzt werden, damit der Maulwurf Stück für Stück aus dem Gartengebiet verdrängt wird. Die Kosten belaufen sich regelmäßig zwischen 15 und 30 Euro pro Gerät.

Vorteile

  • Keine Bastelei
  • Betrieb nicht vom Wind abhängig
  • Teilweise weniger Lärm für die Menschen

Nachteile

  • Kostenintensiv
  • Auch hier müssen die Geräte immer wieder versetzt werden

Auf einen Blick

Aufwand
Effizienz
Tierfreundlichkeit
Naturbelassenheit
Durchschnitt:

Vertreiben durch Einrammen von Pflöcken

Eine recht rustikale Methode stellt das Einrammen von Pflöcken in den Boden dar. Die Erschütterungen sind für den empfindlichen Tastsinn des Maulwurfs eine grobe Belästigung. Durch den gleichzeitigen Lärm wird der Vergrämungseffekt verstärkt.

Vorteile

  • Ziemlich starkes Mittel
  • Ausschließlich natürliches Mittel ohne Chemie oder Plastik
  • Sportliches Training

Nachteile

  • Sehr anstrengend
  • Zerstört den Boden ähnlich wie die Maulwurfshügel
  • Muss einige Zeit angewendet werden

Auf einen Blick

Aufwand
Effizienz
Tierfreundlichkeit
Naturbelassenheit
Durchschnitt:

Vergrämung durch spielende Kinder oder Feiern

Wer viele Kinder in der Nachbarschaft oder Verwandtschaft hat und sie zu sich in den Garten zum Toben einlädt, kann ebenfalls durch Lärm und Erschütterung Maulwürfe vergrämen. Auch ausgedehnte und wiederholte Partys haben diesen Effekt. Diese Methode mag für manche Gartenbesitzer sehr geeignet sein, für andere ist sie je nach Lebensumständen nicht umsetzbar.

Vorteile

  • Das Nützliche wird mit dem Angenehmen verbunden
  • Man macht den Kindern eine Freude

Nachteile

  • Nur geeignet, wenn viele Kinder oder Partygäste vorhanden sind
  • Kann die Nachbarn belästigen
  • Eventuell hoher Aufwand
  • Kann dem Rasen zusetzen

Auf einen Blick

Aufwand
Effizienz
Tierfreundlichkeit
Naturbelassenheit
Durchschnitt:

Vertreibung durch häufiges Mähen

Eine weitere Möglichkeit, mit der man einen Maulwurf loswerden kann, ist das regelmäßige Rasenmähen. Ein- bis zweimal pro Woche sollte der Rasen gekürzt werden, damit den Tieren durch Lärm und Erschütterungen die Freude am Graben vergeht und sie sich einen anderen Ort suchen. Auch Mähroboter wurden schon erfolgreich zu diesem Zweck eingesetzt. Sie sind zwar leise, dafür aber sehr lange im Einsatz.

Vorteile

  • Gepflegter Rasen
  • Keine zusätzliche Arbeit für Rasenfreunde

Nachteile

  • Nicht jeder möchte seinen Rasen so oft mähen.
  • Nur in der Sommersaison anwendbar
Aufwand
Effizienz
Tierfreundlichkeit
Naturbelassenheit
Durchschnitt:

Vergrämung mit riechenden Hausmitteln

Die empflindliche Nase des Maulwurfs macht es möglich, dass er auch mit riechenden Mitteln vertrieben werden kann. Die Liste der Hausmittel ist fast unendlich. Die Wirkung ist dabei nicht immer sicher.

Zu den unangenehmen Gerüchen zählen:

  • Saure Milch oder saurer Joghurt
  • Buttermilch
  • Minze
  • Verdorbener Fisch
  • Knoblauch-Essenz
  • Holunderblütensud
  • Sud aus Lebensbaumzweigen
  • Meerrettich-Wasser-Gemisch
  • Mottenkugeln
  • Rasierwasser
  • Eine Mischung aus Seifenlauge und gekochten Nüssen
  • Menschliches Haarbüschel
  • Rhizinusöl (auch als „Wühlmausgas“ erhältlich, das Maulwurfsgänge ausräuchern kann)

Für die Anwendung ist es wichtig, dass die Eingänge, aber auch die Höhlen selbst alle paar Meter geöffnet und mit dem Mittel versehen werden müssen. Besonders intensiv riechende Dinge wie Fisch müssen danach selbst mit Erde bedeckt werden, damit der Geruch nicht auch die Menschen belästigt. Ein- bis zweimal pro Woche soll diese Kur wiederholt werden.

Vorteile

  • Einfach und billig zu bekommen
  • Einfache Anwendung ohne Übung

Nachteile

  • Belästigende Gerüche
  • Langer und hoher Aufwand
  • Teilweise geringe Effektivität

Auf einen Blick

Aufwand
Effizienz
Tierfreundlichkeit
Naturbelassenheit
Durchschnitt:

Vertreibung mit Methylnonylketon-Präparaten

Auch mit professionellen Mitteln kann der Gärtner Maulwürfe verjagen. Häufig kommt Chemie zum Einsatz. Viele Mittel haben Namen wie „Maulwurf-frei“ und bestehen aus Kügelchen, Steinen oder Stäben zum Einbringen in die Erde. Sie müssen wie bei den anderen Methoden in die Hügel und Gänge gegeben werden und lösen sich erst nach Monaten auf. Eine Wiederholung der Prozedur ist deswegen selten erforderlich. Am besten ist die Wirkung, wenn man das Mittel flächendeckend im ganzen Garten anwendet. Der Aromastoff Methylnonylketon ist der Grund, warum Maulwürfe die behandelten Regionen fortan meiden. Dieser Stoff kommt als Pheromon bei den Afrikanischen Weberameisen und als Öl der Weinrautenpflanze vor. Er wirkt auch gegen Insekten, Marder, Katzen und Hunde. Er ist für einige Euro im Fachhandel erhältlich.

Vorteile

  • Sehr effizient
  • Übersichtliche Kosten
  • Einmalige Ausbringung oft ausreichend
  • Vertreibung anderer unliebsamer Tiere

Nachteile

  • Chemisches Produkt
  • Geruchsbelästigung möglich
  • Für Hunde- oder Katzenbesitzer ungeeignet

Auf einen Blick

Aufwand
Effizienz
Tierfreundlichkeit
Naturbelassenheit
Durchschnitt:

Die aufwändigste Methode, Maulwürfe loszuwerden: Die Sperre

Die Maulwurfsperre ist eine mechanische Barriere, die die Tiere nicht überwinden können. Sie kann entweder vertikal in die Erde eingegraben werden und muss dafür etwa 50 Zentimeter tief in den Boden. Diese Methode eignet sich auch für den nachträglichen Einbau in den Garten. Die Kosten für die Kunststoffwand belaufen sich oft auf über fünf Euro für den laufenden Meter.

Wer den Garten neu anlegt, kann auch eine horizontale Sperre anlegen. Sie besteht aus einem Gewebe, das Wasser und Wurzeln durchlässt, und etwa 20 Zentimeter unter der Erdoberfläche ist. Dadurch können die Tiere zwar noch ihre Gänge benutzen, aber keine Hügel mehr ausschieben und suchen das Weite. Auch als engmaschiger Draht ist solch eine Sperre zu bekommen. Golfplätze werden auf diese Weise erfolgreich von Maulwürfen frei gehalten. Auch hier fallen deutliche Kosten von über fünf Euro pro Quadratmeter an.

Vorteile

  • Effektivste der bekannten Methoden
  • Hält Jahrzehnte
  • Chemiefrei
  • Keine Wartung nötig

Nachteile

  • Verlegung mit sehr hohem Aufwand
  • Sehr hohe Kosten

Auf einen Blick

Aufwand
Effizienz
Tierfreundlichkeit
Naturbelassenheit
Durchschnitt:

Die Lebendfalle – eine neuere Entwicklung

Prinzipiell ist es verboten, den Maulwurf lebend zu fangen. Trotzdem ist eine Lebendfalle in der Entwicklung, die genau das leisten soll. Die Entwickler hoffen, dass die Falle, wenn sie fertig ist, im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben zugelassen wird.

Die Falle besteht aus einer Box, die mit Pflanzen und Nahrung versehen wird, damit der gefangene Maulwurf einige Zeit darin verbringen kann. An der Box ist ein Schlauch, der unter die Erde in einen Gang gesteckt wird und als Lockmittel mit Insekten bestückt ist. Eine Klappe an der Box verhindert, dass das Tier wieder entkommen kann.

Die Fallen müssen zweimal täglich kontrolliert werden. Bei erfolgreichem Fang kann der Maulwurf zum Beispiel im Wald wieder ausgelassen werden.

Beachten Sie: Zur Zeit ist die rechtliche Lage so, dass Sie einen Maulwurf nicht ohne Erlaubnis des zuständigen Umweltamtes fangen dürfen!

Vorteile

  • Artgerechter Umgang
  • Keine Chemikalien
  • Gezielte Methode

Nachteile

  • Fallen noch nicht erhältlich
  • Ungeklärte rechtliche Lage
  • Hoher Aufwand zum artgerechten Fangen und Aussetzen

Auf einen Blick

Aufwand
Effizienz
Tierfreundlichkeit
Naturbelassenheit
Durchschnitt:
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